☸ Kubernetes im Heimlabor

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Alles in diesem Kurs steht auch in der offiziellen Dokumentation — nur eben verteilt auf tausend Seiten. Diese Liste sagt dir, welche davon sich wirklich lohnt und wann.

Zuerst: sechs Begriffe tragen achtzig Prozent

Kubernetes wirkt riesig, weil die Dokumentation riesig ist. Der Kern ist es nicht. Wenn diese sechs Begriffe sitzen, ist fast alles Weitere eine Variation davon — und du kannst gelassen nachschlagen statt zu pauken.

Was es ist Folge
Pod Die kleinste Einheit: ein oder mehrere Container mit gemeinsamer IP. Alles andere erzeugt am Ende Pods. 10
Deployment Hält n Kopien eines Pods am Leben, rollt Änderungen schrittweise aus und wieder zurück. 11
Service Die stabile Adresse vor wechselnden Pods. Pod-IPs ändern sich ständig — der Service nicht. 12
Label und Selektor Frei wählbare Marken am Objekt. Der Klebstoff: So findet ein Service seine Pods, so wählt ein Deployment seine Kopien, so platzierst du Pods auf Knoten. 16
ConfigMap und Secret Konfiguration außerhalb des Images. Ändern, ohne neu zu bauen. 15
Namespace Eine Schublade im Cluster, damit 200 Objekte auseinanderzuhalten sind. 16

Wie sie zusammenhängen — diese Kette erklärt den halben Alltag:

Ingress → Service → (Label) → Pod ← ReplicaSet ← Deployment

Von außen kommt eine Anfrage am Ingress an, der reicht sie an einen Service weiter. Der findet über Labels die passenden Pods. Die hat nicht jemand von Hand gestartet, sondern ein ReplicaSet, das wiederum ein Deployment verwaltet.

Und warum der Rest dann leichter fällt:

  • Ein StatefulSet ist ein Deployment mit festen Namen und eigenem Speicher
  • Ein DaemonSet ist eines, das auf jedem Knoten genau einmal läuft
  • Ein Job ist ein Pod, der bis zum Erfolg läuft und dann endet
  • Ein CronJob ist ein Job nach Zeitplan

Alles vier sind Antworten auf die Frage „wie viele Pods, wo, und wie lange?" — nicht vier neue Welten.

Der siebte Begriff, der bald dazukommt, ist Ingress: der Weg von außen hinein. Der braucht allerdings ein eigenes Programm im Cluster, das die Regeln umsetzt — deshalb steht er hier nicht bei den sechs.


Der Ausgangspunkt

kubernetes.io/docs/home — die offizielle Dokumentation. Sie ist erstaunlich gut, aber sie ist ein Nachschlagewerk, kein Lehrbuch. Wer dort vorne anfängt und durchliest, verliert sich.

Sie ist in vier Bereiche geteilt, und der Trick ist, den richtigen zu wählen:

Bereich Beantwortet Wann du ihn brauchst
Concepts Warum ist das so? wenn du etwas verstehen willst
Tasks Wie mache ich das? wenn du etwas tun willst
Reference Wie heißt das Feld genau? wenn eine YAML nicht will
Tutorials Zeig es mir am Beispiel zum Üben

Zwei Seiten, die man von Anfang an kennen sollte:

  • Glossar — jeder Begriff in zwei Sätzen. Bei einem unbekannten Wort die erste Anlaufstelle.
  • kubectl Spickzettel — die Befehle, die du täglich brauchst, auf einer Seite.

Zwei Hinweise, die viel Ärger sparen

Die Doku ist versioniert. Oben rechts steht die Version. Steht dort etwas anderes als in deinem Cluster (kubectl version), liest du womöglich über Felder, die es bei dir noch nicht oder nicht mehr gibt.

Die deutsche Übersetzung hinkt hinterher. Sie ist unvollständig und teils Jahre alt. Für alles, was mit Versionen und Feldnamen zu tun hat: englische Fassung lesen. Das gilt für die gesamte Kubernetes-Welt.

Und der schnellste Weg überhaupt, wenn eine YAML klemmt — die Doku ist im Cluster eingebaut:

kubectl explain deployment.spec.strategy
kubectl explain pod.spec.containers.livenessProbe --recursive

Passend zu den Modulen

Modul 1 — Grundlagen

Modul 2 — Das Cluster entsteht

Modul 3 — Erste Arbeitslasten

Modul 4 — Betrieb

Modul 5 — Realität

Wenn du weitermachen willst

  • Release-Notizen — welche Version aktuell ist und wie lange sie gepflegt wird
  • CKA-Prüfungsinhalte — die Prüfung ist praktisch, nicht Multiple Choice; die Themenliste ist auch ohne Prüfungsabsicht eine gute Lernkarte
  • Kubernetes-Blog — Ankündigungen aus erster Hand statt aus zweiter