Kurs › Folge 01
Warum Kubernetes — und wann es sich wirklich lohnt
Was Kubernetes wirklich löst, wann es sich lohnt — und was du zum Mitmachen brauchst.
Das Video zu dieser Folge ist noch nicht veröffentlicht. Die Notizen stehen trotzdem schon hier.
Was du danach kannst
- erklären, welches Problem Kubernetes löst — und welches nicht
- einschätzen, ab wann sich der Aufwand lohnt
- den Aufbau dieses Kurses und des Labors überblicken
Worum es geht
Ich lerne Kubernetes — und nehme dabei alles auf. Diese Folge klärt, was Kubernetes eigentlich löst, bevor wir in der nächsten Folge die einzelnen Teile auseinandernehmen und ab Folge 5 das Cluster wirklich bauen.
Der ehrliche Rahmen: Ich arbeite seit Jahren als Webentwickler täglich mit Linux und Docker, Kubernetes war bisher eine Lücke. Diese Reihe schließt sie — öffentlich, mit allen Umwegen. Wer Kubernetes schon betreibt, wird hier wenig Neues finden. Wer davorsteht, spart sich meine Fehler.
Das Problem in einem Satz
Ein Container ist einfach. Zwölf Container auf drei Rechnern, die sich gegenseitig finden müssen, nach einem Absturz von allein zurückkommen und beim Update nicht alle gleichzeitig weg sind — das ist die Arbeit, die Kubernetes übernimmt.
Wann es sich lohnt — und wann nicht
Kubernetes lohnt sich, wenn mehrere Dienste über mehrere Maschinen laufen,
Ausfälle nicht zu Handarbeit führen sollen und mehrere Leute deployen.
Es lohnt sich nicht für eine einzelne Anwendung auf einem Server: dort ist ein
docker compose up schneller, verständlicher und in der Wartung billiger.
Für dieses Labor gilt beides nicht — hier geht es ums Lernen. Deshalb bewusst kein k3s: die abgespeckte Variante versteckt genau die Teile, die ich verstehen will.
Voraussetzungen für die Reihe
- Grundkenntnisse Linux (Datei bearbeiten, Dienst starten, Logs lesen)
- Docker schon einmal benutzt
- drei bis vier Rechner oder virtuelle Maschinen mit je mindestens 2 CPU-Kernen und 4 GB RAM
Zum Nachlesen
- Kubernetes: Overview — offizielle Einordnung
- Kubernetes Components — die Teile, die in Folge 2 drankommen
Befehle aus dieser Folge
kubectl get nodes -o wide
Begriffe
- Orchestrierung
- Container starten, überwachen, ersetzen und verteilen — automatisch statt von Hand
- Deklarativ
- du beschreibst den Sollzustand, das System stellt ihn her und hält ihn
- Node
- ein Rechner im Cluster — hier drei alte Dell-Rechner plus eine Control Plane
- Control Plane
- das Gehirn des Clusters, es entscheidet, was wo läuft
Übung — mach es selbst
Schreib in einem Satz auf, welches Problem du in deiner eigenen Arbeit hast, das Kubernetes lösen würde — und ein zweites, das es nicht löst. Wer beides benennen kann, hat den Kern der Folge verstanden.
Wenn du mitbaust: Notiere deine Hardware (CPU, RAM, Platte je Rechner) und prüfe gegen die Mindestwerte aus Folge 4.